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Der Schwindel mit dem Ökostrom
08/2011 · Nicht zuletzt durch die katastrophalen Ereignisse im japanischen Fukushima ist das Interesse an Ökostrom stark gestiegen. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für Strom, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, und treiben damit den Ausstieg aus der Atomenergie aktiv voran.
![]() © RECS
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Nicht zuletzt durch die katastrophalen Ereignisse im japanischen Fukushima ist das Interesse an Ökostrom stark gestiegen. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für Strom, der aus erneuerbaren Energien (z.B. Wasserkraft, Wind-, Solarenergie, energetische Biomasse) erzeugt wird, und treiben damit den Ausstieg aus der Atomenergie aktiv voran.
Auf den ersten Blick scheint ein Umsteigen auf grünen Strom so einfach wie nie zuvor zu sein. Viele Stromrechner bzw. Strompreisvergleich -Anbieter erlauben dem Verbraucher, gezielt nach Ökostrom-Tarifen zu suchen und den Wechselauftrag direkt online durchzuführen.
Aber nur die wenigsten Verbraucher wissen: nicht überall, wo Ökostrom draufsteht, steckt auch Ökostrom drin. Da Ökostrom kein geschützter Begriff ist und es auch kein offizielles Gütesiegel gibt, kann theoretisch jede Art von Strom als Ökostrom bezeichnet werden. Tatsächlich gibt es etliche Ökostrom-Tarife, die sich bei genauerer Betrachtung als umetikettierter Atomstrom entpuppen.
Das entscheidende Stichwort hierbei: RECS-Zertifikate. RECS steht für Renewable Energy Certificate System und bezeichnet ein europaweites Handelssystem für Ökostrom-Zertifikate. Ziel dieses Handelssystems ist es, den europaweiten Handel mit ökologisch erzeugtem Strom zu erleichtern und so regenerative Energien zu fördern. So weit, so gut. Aber wie genau funktioniert dieses Handelssystem? Und wo ist der Haken an der Sache?
Wasserkraftwerke und andere umweltfreundliche Energieerzeuger registrieren sich beim RECS und erhalten dann pro Megawattstunde produzierten Stroms ein RECS-Zertifikat, das sie frei handeln, also an andere Energieerzeuger verkaufen können. Auch ein Erzeuger von Kohle- und Atomstrom kann solche Zertifikate kaufen und hat dann das Recht, die entsprechende Menge seines eigenen konventionellen Stroms als "Ökostrom" zu deklarieren.
RECS-Zertifikate sind also alles andere als eine Garantie dafür, dass echter Ökostrom aus der Steckdose kommt. Einige der seriösen Ökostrom-Anbieter sehen daher auch ausdrücklich von der Verwendung dieser RECS-Zertifikate ab. Anbieter, die bundesweit ausschließlich umweltschonend erzeugten Strom verkaufen, sind EWS Schönau, Greenpeace Energy, LichtBlick und Naturstrom.
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